Nachruf auf Dr. Klaus Kinkel – für die Liberalen im Kreisverband Rastatt und in Bühl

Seine Kritiker bezeichneten ihn gerne als undiplomatisch und kompromisslos, seine Anhänger hingegen als zutiefst rechtschaffen, authentisch und wohltuend bescheiden – und das trotz seiner beeindruckenden beruflichen Karriere. Für die Liberalen im Kreisverband Rastatt sowie in Bühl war er vor allem aber eines: konsequent engagiert.

Als Patenabgeordneter der Bühler FDP von 1998 – 2002 zeigte der gebürtige Schwabe Klaus Kinkel nachhaltige Präsenz in Baden. So bereicherte der promovierte Jurist als Gastredner Bühler Neujahrsempfänge und suchte das Gespräch mit den örtlichen mittelständischen Betrieben. 2002 genoss er Bühler Backfinessen bei einer Betriebsführung der Böckeler Confiserie -und Kaffeehausbetriebe.

„Er war immer gerne bereit zu uns zu kommen. Eine seiner ersten Fragen im Gespräch lautete stets: „Wo und wie kann ich helfen?“, so die frühere Kreisvorsitzende und liberale Weggefährtin Gisela Geckler.

Nachdem Kinkel durch den Regierungswechsel sein Amt als Außenminister verloren hatte, genoss es der Liberale wieder verstärkt seine Aufgaben als „einfacher Abgeordneter“ wahrnehmen zu können, wie er selbst einmal im Interview betonte. Trotz seines herausragenden Werdegangs  – als erster Zivilist BND-Chef, Bundesjustizminister, Bundesaußenminister in den herausfordernden Fußstapfen seines Ziehvaters Genscher, Vizekanzler unter Kohl sowie Bundesvorsitzender der FDP – wirkte Klaus Kinkel nie abgehoben. Vielmehr suchte der Träger der Reinhold-Maier-Medaille immer den Kontakt zur Bevölkerung und den Austausch mit ihr. Es machte ihm Freude, engagierte Liberale zu ehren. So war es Klaus Kinkel, der der Bühler Ehrenbürgerin Anneliese Knoop-Graf 2001 die Theodor-Heuss-Medaille in Bühl überreichte, sowie 2002 dem langjährigen Bühler Gemeinderat Hans Trautmann die Ehrennadel für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der FDP.

Wenngleich Dr. Klaus Kinkel selbst erst vergleichsweise spät – 1991 kurz nach seiner Ernennung zum Bundesjustizminister –  in die FDP eintrat, schaffte er es schnell zu einem wahrhaftigen, konsequenten Streiter für den politischen Liberalismus in Deutschland zu avancieren. Seine loyale Art wird in der politischen Kultur Deutschlands fehlen.